VON FLUCHTEN UND WIEDERFLUCHTEN

 Zeit kauert
auf dem Hohlweg
und gräbt die Hände
in Taschen
voller Möglichkeiten


 

  schreibt Sigune Schnabel in einem ihrer Gedichte für dieses Buch und deutet damit an, wie vielschichtig das Thema „Flucht und Wiederfluchten“ ist. Und genau darum ging es dem Festivalteam Literatürk, dem Kulturzentrum Grend, beide aus Essen, sowie dem Geest-Verlag aus Vechta. In einer europaweiten Ausschreibung luden sie vom Sommer 2016 bis Januar 2017 dazu ein, sich literarisch mit der Thematik zu befassen. Mehr als 300 Texte aus ganz Europa, ja, sogar aus Übersee, gingen ein. Bekannte und unbekannte Autorinnen und Autoren setzten sich mit der Thematik auseinander, inhaltlich und sprachlich immer wieder mit bemerkenswerten Beiträgen.

Nicht nur aktuelle Fluchten wurden angesprochen, auch Fluchten aus der Zeit um 1945, DDR-Fluchten aus den Achtzigerjahren, Balkan-Fluchten aus der Zeit danach und anderes mehr. Das dokumentiert die vorliegende Anthologie, in die etwa 100 Beiträge aufgenommen werden konnten.

Als Herausgeber ist es Artur Nickel gelungen, in 14 Kapiteln zentralen Fragestellungen von Flucht nachzuspüren und auf literarischer Ebene Vergleichsmöglichkeiten zu schaffen. Warum fliehen Menschen? Was gewinnen und verlieren sie? Was passiert, wenn sie willkommen sind oder abgelehnt werden? Wie bringen sie sich sprachlich ein? Welche Rolle übernehmen Einheimische? Können die Flüchtlinge zusammen mit den Menschen des Landes, in das sie geflohen sind, etwas Neues aufbauen? Ein vielseitiger und facettenreicher literarischer Sammelband, der neue Sichtweisen auf das Thema Fluchten und Wiederfluchten eröffnet!

 Artur Nickel (Hg.)

Von Fluchten und Wiederfluchten. Eine Anthologie

Mit Worten zum Geleit von Ilija Trojanow
Geest-Verlag, Vechta 2017

564 Seiten

ISBN 978-3-86685-631-8
15 Euro

WER ich WO bin?! Kinder und Jugendliche aus dem Ruhrgebiet erzählen. Artur Nickel (Herausgeber). Mit einem Geleitwort von Heinrich Peuckmann

Artur Nickel (Hg.)

WER ich WO bin?!

Kinder und Jugendliche

aus dem Ruhrgebiet

erzählen

ISBN 978-3-86685-658-5                                                                 

400 S., 12 Euro

 

Die Tür öffnet sich
Wie ein Vorhang
Ich setze meine Maske auf
Die Show geht los

- Celina Beuing (16 Jahre) -

 Zum nunmehr dreizehnten Mal haben das Kulturzen­trum Grend und das Literaturfestival Literatürk Essen gemeinsam mit dem Geest-Verlag Vechta eine Anthologie für Jugendliche aus dem Ruhrgebiet ausgeschrieben. Dabei wurden sie von zahlreichen Kooperationspartnern unterstützt. Das Thema: ‚WER ich WO bin?!‘ Mehrere Hundert Jugendliche mit und ohne Migrationshinter-grund aus dem Ruhrgebiet haben sich an dem Projekt beteiligt und sich offen und intensiv mit der Frage nach der eigenen Identität auseinandergesetzt. Wer bin ich? Woher stamme ich? Wer möchte ich sein? Wohin geht meine Reise? Die Beiträge, die sie eingeschickt haben, haben es in sich. Sie beeindrucken. Mehr als 100 konnten in den Sammelband aufgenommen werden. Aboorvithaa Arumugam   (17 Jahre) umreißt in ihrem Gedicht ‚Unendliche Suche des Lebens‘, worum es in dieser Anthologie geht: 7,4 Milliarden Menschen. / 7,4 Milliarden verschiedene Persönlichkeiten. / 7,4 Milliarden Seelen. / Unter diesen meine.  Was also tun, wenn man nicht verloren gehen will?

Unsere Welt mit ihren vielfältigen familiären, schulischen, beruf-lichen und gesellschaftlichen Ansprüchen macht es jungen Menschen heute schwer, die eigene Identität auszubilden. Aber sie stellen sich dieser Aufgabe. Gleichwohl bleibt ein Teil ihrer Fragen unbeantwortet, ja, muss vielleicht auch unbeantwortet bleiben.
Was können Erwachsene tun, damit Jugendliche vorwärts-kom­­men? Vor allem diejenigen, die in Familie, Erziehung, Wirtschaft und Politik Verantwortung tragen (wollen)? Die Anthologie zeigt, was junge Menschen brauchen und brauchen könnten. Und sicherlich nicht nur die, die im Ruhrgebiet zu Hause sind!

 Von Grenzen und grenzverschiebungen. Kinder und Jugendliche aus dem Ruhrgebiet erzählen

Von Grenzen und Grenzverschiebungen
Kinder  und  Jugendliche aus dem Ruhrgebiet erzählen
(Hg.) Artur Nickel
Geest-Verlag 2016
ISBN 978-3-86685- 595-3
368 S., 12 Euro
 
 
In deinem Leben hast und wirst du
viele Grenzen überqueren müssen
Grenzen, die du für dich selber gesetzt hast
oder Grenzen, die von einer Karte
oder der Gesellschaft definiert werden
du hast die Stärke und Wahl
diese Grenzen zu überschreiten
lass deinen Kopf dich nicht kontrollieren
kontrolliere deinen Kopf
 
Aboorivithaa Arumugam (16 Jahre)
 
Zum nunmehr zwölften Mal haben das Kultur­zentrum Grend in Essen und der Geest-Verlag in Vechta mit Unterstützung zahlreicher Kooperationspartner die Essener Ju­gend­antho­logie ausgeschrieben. Erneut haben mehr als 250 Jugendliche aus allen Tei­en des Ruhrgebiets dem Herausgeber Artur Nickel ihre literari­schen und literarisierenden Beiträge geschickt, unter ihnen viele mit Migrationsgeschichte in der Familie. Und das, obwohl es außer dem Belegexemplar des Buches keine Preise zu gewinnen gibt!
In den Texten spiegelt sich die ganze Vielschicht­igkeit der Grenz-Thematik wider, wie sie die jugendlichen Autorinnen und Autoren verstehen. Dabei gehen sie weit über die augenblickliche Zuwan­derungsdebatte hinaus. Sie fragen nach ihren äußeren wie inne­ren Grenzen für sich und andere. Welche sind richtig? Welche falsch? Respektiert man sie? Geht man über sie hinaus? Welche Konse­quenzen sind zu ziehen? Womit ist zu rechnen?
15 Kapitel zeigen an, wohin die Reise der Kinder und Jugend­lichen im Ruhrgebiet geht. Es sind Beiträge, bei denen wir als El­tern, Ver­wandte, Freunde, Pädagogen und Verant­wortliche in Politik und Gesellschaft sehr viel über die grundlegenden Orien­t­ie­­rungen von jungen Menschen im Revier und darüber hinaus erfahren können. Und die Jugendlichen? Für sie bilden die Ge­dichte, kurzen Essays, Erzählungen und anderen Texte eine Ba­sis, sich auch untereinander über diese Fragen zu verständigen.

Was mir Hoffnung macht - Kindern und Jugendlichen aus dem Ruhrgebiet erzählen. Artur Nickel (Hg.)

 

Was mir Hoffnung macht!
Kinder und Jugendliche
aus dem Ruhrgebiet erzählen
Artur Nickel (Hg.)
Geest-Verlag, Vechta-Langförden, 2015

ISBN 978-3-86685-541-0
380 S., 12 Euro

Geht es um das Thema Hoffnung, so sind Kinder und Jugendliche in ihrem Element. Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren im Ruhrgebiet wohl ganz besonders. An die 300 Texte haben sie dazu für die neue Essener Anthologie eingesandt, einer interessanter als der andere. Und: Sie kommen aus allen Ecken des Reviers. Von Duisburg bis Hamm und von Herten bis Ennepetal melden sie sich sprichwörtlich zu Wort. Auffällig dabei: Viele von ihnen beteiligen sich zum ersten Mal an einer Ausschreibung dieser inzwischen elfbändigen Anthologiereihe. Teilweise sind es Sammeleinsendungen aus der Schule, teilweise aber haben sich Jugendliche auch ganz eigenständig mit ihren Texten eingebracht. Und das ist bemerkenswert. Immer wieder mit einem kleinen Anschreiben, in dem sie sich persönlich dafür bedanken, dass ihnen dieses Podium zur Verfügung gestellt wird. Es ist ja schon etwas anderes, ob man seine Gedanken zu Hause irgendwo aufschreibt (so wichtig das ist) oder ob man sie in ein richtiges Buch einbringt und öffentlich gehört wird. Es ist der Reiz, sich schreibend seiner selbst vergewissern zu können, etwas fiktiv zu entwerfen oder zu gestalten und gleichzeitig andere zu finden, die sich genauso beteiligen und sich mit dem Erschriebenen auseinandersetzen. Richtig eindrucksvoll formuliert Louisa Regelmann (12 Jahre), um was es beim Schreiben geht:
Schreiben ist Leben. Schreiben ist Freiheit. Schreiben ist eine nie endende Reise in ma-jestätische Welten, die ich mir nur erdenken kann. Schreiben drückt meinen Charakter aus. Schreiben ist meine Begabung. Schrei-ben gibt mir Hoffnung. Buchstaben. Wörter und Sätze. (...) Mit ihnen ist unsere ganze Welt geprägt. Eine kurze, für mich bedeutende Reise in ein anderes Universum beginnt mit einem winzigen Buchstaben. Der Augenblick, wenn ich mein Papier berühre und in eine komplett veränderte Welt abtauche, wie ich sie mir vor meinem inneren Auge vorstelle. Ohne Regeln und ohne Krieg leben.
 

„Ach, an den Schläfen blühn schon graue Haare“. 40 Jahre Erich Kästner Gesellschaft. Festschrift. Erich Kästner Jahrbuch, Bd. 8

ISBN: 978-3-8260-5822-6
Autor: Brons, Patricia / Nickel, Artur / Nicolai, Matthias (Hrsg.)
Band Nr: 8
Erscheinungsjahr: 2015
 
Kurzinhalt: J.F.A. Oliver: kästnerwegs, spurenhalber (straßenbiographisch). 1 annäherung in 10 gedankenskizzen & 1 prolog - I Der Erich Kästner Preis für Literatur - P. Rühmkorf: Marcel Reich-Ranicki: Der Prediger mit der Schiebermütze. Laudatio auf Peter Rühmkopf. Peter Rühmkorf: Rationalist und Romantiker. Verteidigung von Kästners linker Melancholie - Loriot, d.i. Vicco von Bülow: H. Karasek: Loriot ist Lebenshilfe. Loriot: "Man wird wissen, was ich meine" - R. Gernhardt: H. Karasek: Gibt es poetische Wiedergänger? Laudatio auf Robert Gernhardt. R. Gernhardt: Versuch eines lyrischen Zwiegesprächs mit Erich Kästner - T. Ungerer: Jutta Limbach: Wer Auskunft geben möchte. Laudatio für Tomi Ungerer. Tomi Ungerer: Chers amis, liebe Freunde. Dankrede zur Verleihung des Erich Kästner Preises - A. Steinhöfel: Hilde Elisabeth Menzel: Empathie und Sprachwitz. Andreas Steinhöfel und die Nähe zu seinen Figuren. Andreas Steinhöfel: Auf Augenhöhe mit den kindlichen Lesern. Dankesrede zur Verleihung des Erich Kästner Preises - II Anekdotisches - Persönliches - T. von Pluto-Prondzinski: "Da kreuzte Erich Kästner auf" - Zeitzeugen erinnern sich - K. Doderer: Freundschaftliche Begegnungen mit dem späten Erich Kästner - J. Zonneveld: Seit 45 Jahren - Ein Leben mit Erich Kästner - III Literaturwissenschaftlich betrachtet - F. Beer: "Sehr überschätzt", aber "gar nicht so unsympathisch" - Zur Kästner-Kritik des Karl Kraus - R. Hug: Der Humorist als Heil-Künstler oder Doktor Erich Kästners Rehabilitation der Heiterkeit in der Literatur - S. Zinkernagel: "Doppeltes aus der Schublade" - Erich Kästners Romanfragmente ,Die Doppelgänger' und ,Der Zauberlehrling' - V. Ladenthin: Erich Kästner und die Architektur. Ein Grundriss - IV Von Mittlern und Vermittlern - M. Nicolai: Der Erich Kästner Förderpreis - A. Nickel: Von Kompetenzen und Kompetenzen. Erich Kästners Kindheitserinnerungen im heutigen Deutschunterricht - N. Hawich: Literatur im Museum - Das Erich Kästner Museum und das Roald Dahl Museum and Story Centre - V Zur Geschichte der Erich Kästner Gesellschaft - B. Meier unter Mitarbeit von A. Bode: "Vom Klub der Auserwählten" zur "Offenen literarischen Gesellschaft" - 40 Jahre Erich Kästner Gesellschaft.
Die Herausgeber: Dr. Patricia Brons, Germanistin, Zweite Vorsitzende der Erich Kästner Gesellschaft e.V. Dr. Artur Nickel, promovierter Germanist, Lyriker, Herausgeber der Essener Anthologien, Studiendirektor an der Erich Kästner-Gesamtschule in Essen, Vorstandsmitglied der Erich Kästner Gesellschaft e.V. Matthias Nicolai, Oberstudienrat an der Waldschule, Städtischen Gesamtschule Eschweiler, Vorstandsmitglied der Erich Kästner Gesellschaft e.V.
 

Wie die Zeit vergeht. Kinder und Jugendliche aus dem Ruhrgebiet erzählen.

Zehn Jahre Essener Anthologien.

Andreas Klink, Artur Nickel (Hg.):

Grafiken von Veronika Effling.

Mit einem Vorwort von Hannelore Kraft,

der Ministerpräsidentin des

Landes Nordrhein-Westfalen

Geest-Verlag, Vechta 2014

ISBN 978-3-86685-490-1

Alle Menschen werden
zwei Elfenbeine
in ihren Ohren haben,
auf ihren Händen dicke Brüste.
Auf der Stirn wird ihnen
noch eine Nase wachsen.

Anniket Khatri

 

 
Ein skurriles Zukunftsbild unserer Menschheit? Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart - sind sie heute noch voneinander zu trennen? Filmanimationen, Computerspiele, ja, das Internetzeitalter insgesamt, rücken die Zeiten zusammen, verwischen die Grenzen. Was bedeutet dann Zeit für die Kinder und Jugendlichen heute?

Es wundert nicht, dass die nunmehr zehnte Ausschreibung der Essener Anthologien vom Kulturzentrum Grend und vom Geest-Verlag in Vechta bei den Kindern und Jugendlichen im Ruhrgebiet auf besonderes Interesse gestoßen ist. Mehr als 300 Texte wurden geschickt, 117 Beiträge konnten in die Anthologie aufgenommen werden, unter ihnen Gedichte, Kurzgeschichten, Tagebucheintragungen und anderes mehr. Sie zeichnen ein Bild, wie Kinder und Jugendliche heute über ihre Zeit und ihre Zukunft mit ihr denken.

Eine neue Generation mit neuen Sichtweisen und Standpunkten, die auch Erwachsenen neue Einsichten in Zeit und Welt vermitteln können!

 

Dann öffnete sich mir die Tür. Ein- und Ausblicke von Kindern

und Jugendlichen aus dem Ruhrgebiet.

Grafiken von Veronika Effling

Geest-Verlag, Vechta 2013
ISBN 978-3-86685-433-8
ca. 310 Seiten, 12,00 Euro




Stellt euch mal vor, es gäbe keine Türen. Jeder könnte bei euch ein- oder ausspazieren, wie es ihm gerade passt! Wie soll die Privatsphäre erhalten bleiben ohne Türen? Oder wie sollen wilde pubertäre Teenis Türen zuknallen, wenn Mama und Papa mal wieder recht haben, es aber gar keine Tür zum Zuschlagen gibt? Wie sähe unser Leben aus ohne Türen?
Svenja Neumann (16 Jahre)

Meine Tür ist etwas ganz Besonderes. Sie ist eigentlich eine ganz normale Holztür, aber gleichzeitig auch mein Leben. Immer wenn etwas passiert, klebe ich ein Stück Glas auf die Tür und schreibe das Geschehnis auf. Sie ist meine eigene Mosaiktür, die mein Leben zusammenfasst. Ich nehme immer verschiedenfarbige Glasstücke, nicht größer als eine Walnuss. In unserem Haus gibt es keine schönere Tür.
Elena Kreizer (18 Jahre)

Ich brauche etwas Zeit zum Nachdenken, Privatsphäre, Zeit für mich. Ich gehe also zu einer anderen, mir bekannten Tür, die sich quietschend öffnet. Eine Tür, von der ich weiß, dass sie sich jederzeit wieder öffnen lässt, egal, auf welcher Seite ich stehe. Eine Tür, die Schutz bietet, eine, die man verriegeln oder offenstehen lassen kann. Ganz wie man möchte.
Sina Neogy (18 Jahre)

Fasse die Türklinke / und öffne die Tür! / Sei auch du mutig / und entscheide / den nächsten Schritt.
Hülya Öncel (15 Jahre)

Doch dann bekamen die verschlossenen Türen mit der Zeit Risse und Löcher, durch die allmählich die ersten Sonnenstrahlen hineinschienen. Der Grund war die Hilfe, die ich bekommen habe. Jetzt steht mir die Zukunft offen, doch das Ungewisse scheue ich nicht, nein, es macht mich neugierig.
Lisa Hermann (15 Jahre)



EinBlicke. Literarisch serviert von Essener Jugendlichen

Angefangen hat alles, als ich einer streunenden Katze gefolgt bin und mich diese hierhergeführt hat. Das war vor einem Monat. Jetzt liege ich auf dem Rücken, blinzle in die Sonne und denke darüber nach, wie es war, als ich diesen Ort noch nicht entdeckt hatte. War ich traurig? Nein. Dennoch konnte ich nicht sagen, dass ich glücklich war. Dieser Platz, das Zusammenspiel von Natur und innerer Ruhe, lässt mich meine Probleme nicht vergessen. Er löst sie. Hier kann ich klare Gedanken fassen, mich den Dingen stellen, denen ich im alltäglichen Leben so gerne aus dem Weg gehe. Er ist mein Ort, mein Seelsorger und zugleich ein stummer Freund. Mein Lieblingsplatz.

 Solange Haase

EinBlicke.
Literarisch serviert von Essener Jugendlichen

Artur Nickel, Leo van Treeck (Hrsg.)
Geest-Verlag, Vechta-Langförden 2013                                  
ISBN 978-3-86685-417-8, 137 S., 10 Euro

  Begegnet man heute Jugendlichen, begegnet man oft einer Welt für sich. Nicht mehr und nicht weniger. Das weiß jeder, der sich mit jungen Menschen beschäftigt oder sonst mit ihnen zu tun hat. Setzt man sich eingehender mit ihnen auseinander, kann einem daher nicht nur ein Licht aufgehen, sondern geradezu eine ganze Welt mit einer ganz neuen Sichtweise. Das ist nicht ironisch gemeint, sondern tatsächlich so. Egal, wer die Jugendlichen sind, die wir treffen, wo sie herkommen oder was ihre Ziele sind. Wenn wir uns mit ihnen auseinandersetzen, geht uns ihre Welt auf. Eine mit ihren schönen und auch weniger schönen Wirklichkeiten. Eine,  die ihren Ausdruck in dem findet, was sie gefühlsmäßig leben und weben. Eine, in der es bestimmte Werte gibt, die sich in dem äußern, was sie für Vorstellungen, Wünsche und Träume haben und wie sie diese umzusetzen versuchen. Das sind Fakten, an denen wir nicht vorbeikommen. Es lohnt sich daher, sich mit den Jugendlichen zu befassen, sie verstehen zu lernen und sich mit ihnen auseinander zu setzen. Dann geht einem tatsächlich ihre Welt auf mit allem, was ihren Weg markiert und ihn begehbar macht oder auch nicht. (aus dem Vorwort von Artur Nickel)

 

 Entstanden sind die “EinBlicke“ in einem Projektkurs der gymnasialen Oberstufe an der Erich Kästner-Gesamtschule in Essen, an einer Schule, an der freies Schreiben Tradition hat. Das Besondere an diesem Buch: Hier äußert sich eine neue Generation von heranwachsenden Jugendlichen zwischen unseren Kulturen. Die jugendlichen Erzähler sind Menschen auf der Suche, die sich herauslösen aus dem Schweigen, das sie umgibt. Sie nehmen Standorte ein, probieren sie aus und lassen sich dabei von, was sie bisher erlebt haben, führen. Zwischen den Fakten, ihren Gefühlen, Wünschen und Träumen versuchen sie den Punkt zu finden, an dem sie ihren eigene Faden anbinden können, den Ariadnefaden, der sie durch ihre Leben führt, durch ihr Labyrinth. Eine ahnende Suche nach diesem Ich ohne Gewähr. Die Jugendlichen stellen neue Fragen, geben neue Antworten und vermitteln neue Einsichten. Oder? Ein Nachwort mit einem ersten Resümee rundet die Geschichtensammlung ab.

 Die Jungautorinnen und -autoren:

 Sarah Beckert, Janine Blome, Nina Cebotura, Evin Firat, Solange Haase, Sebastian Himmelmann, Yalda Kohestani, Diana Kujawski, Carina Mania, Virginia Sauerland, Angelina Sinowzik, Nicole Smolin, Lija Weber, Hatice Yesildal

 

Erich Kästner Jahrbuch 7

Wenn Erich Kästner Zeitgenossen trifft

Herausgeber: Artur Nickel, Matthias Nicolai

Verlag Königshausen & Neumann

ISBN-13:9783826049811

28,00 Euro


Wenn Erich Kästner Zeitgenossen trifft. Erich Kästner Jahrbuch Bd. 7

ISBN: 978-3-8260-4981-1
Autor: Nickel, Artur / Nicolai, Matthias
Sprache: deutsch
Kurzinhalt: Vorwort – I. Aus Wissenschaft und Forschung – F. Beer: Ein „Urenkel der deutschen Aufklärung“, dem Schillers „Glocke“ geschlagen hat. Erich Kästner als Schüler und Schuldner Friedrich Schillers - eine Spurensuche – M. S. Choi: Das doppelte Lottchen in Korea - zu einer Verfilmung von Erich Kästners Roman – II. Pünktchen im Klassenzimmer – B. Meier: „Mein liebes, gutes Lesetagebuch, du!“ - Rostocker Lehramtsstudierende lesen und schreiben: Erich Kästner: „Pünktchen und Anton“ – T. Mayerhofer: „Die Geschichte, die ich euch diesmal erzählen werde, ist höchst merkwürdig“ - Erfahrungen mit Pünktchen und Anton als Gegenstand eines Kompetenztrainings in der Sekundarstufe II – III. Miszellen – A. Bode: Etwas über Hans-Albrecht Löhr, den ersten Darsteller des „Dienstag“ – B. Meier: „Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken“ - Erich Kästner und Rostock – M. Nicolai: George Grosz und Erich Kästner - eine flüchtige Bekanntschaft? – J- Zonneveld: Erich Kästner Raritäten: Von Leipzig nach Berlin. Erich Kästners Texte zwischen dem 1. April und dem 28. Juli 1927 – IV. Schulplaudereien – A. Nickel: Das EssenerKulturGespräch an der Erich Kästner-Gesamtschule in Essen. Ein Bericht – G. Fox: SCHREIBLUST in der Grundschule. Eine Erich- Kästner-Schule im Saarland bemüht sich um Lesen und Schreiben – M. Klinkenberg: Lesen lernen - Lesen lehren - alle profitieren – Schulplauderkasten Die Herausgeber Dr. Artur Nickel, Autor, Studiendirektor an der Erich Kästner-Gesamtschule in Essen. Matthias Nicolai, Oberstudienrat an der Waldschule Städtische Gesamtschule Eschweiler.

 

 

 

 

 

 

Wenn Wasser erzählt. Junge Texte aus dem Ruhrgebiet. Hrsg. von Andreas Klink und Artur Nickel

 

Andreas Klink/Artur Nickel (Hg.)
Wenn Wasser erzählt... Junge Texte aus dem Ruhrgebiet.
Mit einem Begleitwort
des deutsch-spanischen Dichters
José F. A. Oliver
Geest-Verlag, Vechta 2012
ISBN 978-3-86685-383-6
ca 310 Seiten, 12,00 Euro

 

Die Geschichten, die das Wasser erzählt, sind meist die schönsten. Sie handeln von fernen Ländern, die es bereits durchreist hat, von Menschen, die ihm selbst ihre Geschichte erzählt haben. Denn das Wasser ist nicht nur ein guter Ge­schichtenerzähler, sondern auch ein besonders geduldiger Zuhörer.
Es erzählt seine Geschichten auf die unterschiedlichsten Wei-sen, die man sich vorstellen kann: Man hört sie in dem leisen Plätschern des Baches, der stetig weiterzieht und dabei so einiges davonträgt. Man hört die Geschichten auch in dem tobenden Getöse der Wellen, die sich bei Sturm an den Felsen brechen, oder in dem gleichmäßigen Rhythmus der dicken Regentropfen, die gegen die Fensterscheiben prasseln.
Michelle Damaszek (18 Jahre)

Wasser ist für uns Menschen etwas ganz Wichtiges. Ohne Wasser können wir nicht leben. In allen Kulturen und Religionen spielt es deshalb eine große Rolle, es ist ein Symbol für so vieles. Auch im Ruhrgebiet? Auch für Kinder und Jugendliche? Im Rahmen eines Schreibwettbewerbs haben junge Autorinnen und Autoren zwi­schen 10 und 20 Jahren aus dem Ruhrgebiet dazu Texte verfasst. Was bedeutet ihnen Wasser? Was verbinden sie mit ihm? Egal, ob sie zugewandert sind oder schon immer hier leben. Was sehen sie in ihm, was spiegelt es ihnen? Was für ein Bild zeichnen sie vom Wasser? Oder ist es gar ein Zerrbild, weil es sich kräuselt? Immer-
hin war im Revier vor Jahrmillionen noch ein Meer. Dann kam die aus dem nassen Moor wachsende Steinkohle.
Und heute? Heute stellt sich die Frage, welche Akzente gerade junge Men­schen im Revier setzen, wenn es um Wasser und ihr Verhältnis dazu geht! Was beschäftigt sie, was lebt in ihnen auf? Dass sie dazu sehr viel zu sagen und mitzuteilen haben, zeigt die vor­lie- gende Anthologie „Wenn Wasser er­-zählt ...“. Sie ist in einer Kooperation zwi­schen dem Kulturzentrum ‚Grend‘ in Essen und dem ‚Geest-Verlag‘ in Vechta entstanden.

 

 


  

 

 

 

Andreas Klink, Artur Nickel (Hg.)

Zwischen meinen Welten

Neue Texte von Kindern und Jugendlichen aus dem Ruhrgebiet

Geest-Verlag 2011

ISBN 978-3-86685-321-8

12 Euro

 

 Ich traf andere Reisende, die mir erzählten, dass man auch Gefahr laufen kann, sich in einer anderen Welt zu verlieren. Ich glaube, das kann man vermeiden, indem man sich Zeit nimmt, das Erlebte zu durchdenken und zu verstehen. Es ist wichtig zu wissen, dass es andere Welten gibt. Das Wichtigste jedoch ist, dass man sich seiner selbst bewusst bleibt.
 
Lisa Neal (19 Jahre)

 Ja ich bin eine Hauptschülerin, welche träumt, Ärztin zu werden.
Zwischen diesen zwei Welten bin ich jeden Tag unterwegs.
 
Miljana Stojanovic ( 16 Jahre )

 Auch in unseren Träumen wandern wir durch die unterschiedlichsten Welten, Welten, die unser Verstand für uns entwickelt, die er nur alleine für uns erschafft. Manchmal träumt man Dinge, weilt man nachts in Welten, in denen man denkt, dass das Nichts einen Sinn ergibt, in denen das Oben zu Links und der Norden zu Pizza wird.
 
Johanna Sip (14 Jahre)

 In der Schule haben wir Weihnachten gefeiert und uns gegenseitig beschenkt. Wir haben mit unseren Eltern zusammen leckere Kekse gebacken. Ich als Türkin empfinde Weihnachten als etwas Besonderes, weil ich kein Weihnachten feiere. Es ist für mich jedes Mal eine neue Erfahrung und etwas Tolles zu erleben, wie Deutsche Weihnachten feiern. Das Tollste daran ist, dass man zusammen mit der ganzen Familie am Tisch sitzt, dass man sich gegenseitig etwas schenkt und sich natürlich freut.
 
Beyza Kanbur ( 12 Jahre )

Erklärtes Ziel der nunmehr siebten Essener Anthologie vom Kulturzentrum Grend (Essen) und vom Geest-Verlag (Vechta) ist es, einen Einblick in die Vielschich­tigkeit der Welten zu geben, in denen Kinder und Jugend­liche im Ruhrgebiet leben. Dabei verlangen die unterschiedlichen kulturellen Milieus, in die sie eingebunden sind, von ihnen nur allzu oft einen schwierigen Spagat, wenn sie ihre Identität herstellen und gestalten wollen. Was heißt es beispielsweise für sie, dass es für sie keine homogene, in sich geschlossene sozial-kulturelle Welt mehr gibt, dass sie sich gleichzeitig in verschiedenen Welten orientieren müssen? Es ist erstaunlich, wie individuell sie die Räume gestalten, in denen sie zu Hause sind, und womit sie konfrontiert werden, wenn ihnen der Wind ins Gesicht bläst! Erstaunlich ist auch, mit welchem Optimismus sie oftmals unterwegs sind. Ein gutes Zeichen zwischen den Kulturen? Und so beschreiben die Kinder und Jugendlichen ihre Wirklichkeiten im Revier, ihre Gedanken, aber auch ihre Gefühle, eben die Welten, mit denen sie leben.
Die Anthologie entstand mit finanzieller Unterstützung der G. D. Baedeker Stiftung Essen, des Lesebündnisses Essen und des Kul­turzentrums Grend/Festival Literatürk.

 

Folgende junge Autoren und Autorinnen haben ihre Texte in dem Buch veröffentlicht:

Rena Abdulsamad, Robin Adelstam, Farwa Ahmadyar, Enes Akar, Ebru Aldemir, Sofia Ambrosch, Yaren Ari, Emel Aydogdu, Judith Marleen Baier, Robert Bansmann, Semra Basdemir, Rahel M. Becker, Philipp Beichert, Johanna Bendl, Anna Bernhardt, Maren Burstedde, Jenny Chen, Shin-Men Chin, Tuhhan Cirak, Svenja Driesner, Ali Erkan, Fabienne Fechler, Leonie Fenske, Sandra Fiedler, Christina Grajek, Fabian Grieger, Kira Günther, Husnia Haschemi, Rosalie Hehlke, Elena Heller, Chiara Henoch, Lisa Junker, Selda Kalemis, Beyza Kanbur, Kornelius Kindermann, Laura Kirchner, Johanna Koch, Nazli Kozak, Toni Krabiell, Saskia Krüger, Oya Kurt, Lina Löring, Anna-Mae Mayer, Sophie Meier, Lisa A. Molzahn, Lisa Neal, Vanessa Pantke, Nicoletta Poungias, Marina Richter, Michelle Riegel, Kathrin Rometsch, Sara Sahi, Haumand Jabar Said, Irina Schenk, Sebastian Schmidt, Nadine Schmithuysen, Daniel Schuler, Sarah Schulz, Mariam Serhan, Narges Shafeghati, Johanna Sip, Vladislav Snegur, Lachanya Srisivakumar, Caterina Stephan, Miljana Stojanovic, Anil Talwar, Charleen Thrun, Damaris Jasmin Tiemeier, Louisa Vennen, Ida Voyé, Luzie Weinhold, Nico Winkels, Mahdia Yousufi, Lea Zittlau, Pascal Zöller.

 

 

 

Hallo, Moritz! Ja, anders in Essen, ja! José F. A. Oliver, Artur Nickel, Leo van Treeck (Hrsg.)

 

Hallo, Moritz!

Ja, anders in Essen, ja!

José F. A. Oliver,

Artur Nickel, Leo van Treeck (Hrsg.)

Geest-Verlag, Vechta-Langförden 2011

ISBN 978-3-86685-320-1

236 S., 15 Euro

 

 

Marco Albrecht, Julia Busch, Husnia Haschemi, Cansu Karadavut, Elmast Kaya, Ghezal Kohestani, Josephine Krause, Andreas Lüttenberg, Lisa Molzahn, Christian Rex, Virginia Sauerland, Joyce Schael, Laura Schneider, Özgen Sebat, Victoria-Anna Skipiol, Jonas Stopschinski, Laura Taplik, Viktoria Teister, Betül Yasar und Sümeyra Yildiz - so heißen die Autoren dieses völlig anderen Stadtführers für die Stadt Essen.

"Hallo, Moritz" ist etwas, das es so hier in Essen noch nicht gegeben hat. Es ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem blinden Pony und einem Rotkehlchen. Das Pony rettet dem kleinen Vogel auf seinem Hof in Essen das Leben, so lernen die beiden sich kennen. Da Moritz, so heißt das Pony, bald Geburtstag hat, bedankt sich das Rotkehlchen bei ihm mit einer Überraschung. Es wird mit ihm den schönsten Ort in Essen besuchen! Doch wie findet man heraus, welches dieser schönste Ort ist? Da hat das Rotkehlchen eine grandiose Idee ...
Entstanden ist das Buch aus dem Kulturhauptstadtprojekt „Viele Kulturen – eine Sprache", das die Ruhr 2010 GmbH gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung durchgeführt hat. Das Ziel war es, Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Kulturen zusammenzuführen und auf Deutsch so etwas wie einen Roman des Ruhrgebiets zu schreiben. Angeleitet wurden sie dabei fünf Monate lang von Autorinnen und Autoren, die selber eine Migrationsgeschichte haben. Fünf Schulen im Ruhrgebiet durften an dem Projekt teilnehmen, eine von ihnen war die Erich Kästner-Gesamtschule. Sie hat mit dem Chamisso-Preisträger und auch sonst vielfach ausgezeichneten Lyriker und Essayisten José F. A. Oliver für die Stadt Essen zusammengearbeitet. Zwanzig EKG-Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 20 Jahre aus den unterschiedlichsten Kulturen haben geschrieben und geschrieben. Der literarische Reiseführer „Hallo, Moritz!" ist das Ergebnis dieser Essener Zusammenarbeit.


 

 

Andreas Klink, Artur Nickel (Hg.)
Märchenhaftes zwischen Emscher und Ruhr
Kinder und JUgendliche erzählen
Geest-Verlag 2010
ISBN 978-3-86685-261-7
389 S.
12 Euro

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Ist es nicht unser Märchen,
das uns das Falsche
und das Richtige zeigt?
Ist es nicht unser Märchen,
das uns die Traurigkeit
sowie das Glücklichsein
zu spüren gibt?
Ist es nicht unser Märchen,
das uns an die Armut
und an den Reichtum erinnert?
Ist es nicht unser Märchen,
das uns das Böse
und das Gute
vor Augen stellt?
(Cansu Agarmis, 18 Jahre )

Diese  Anthologie führt die bisherigen Veröffentlichungen von Kindern und Jugendlichen aus dem Ruhrgebiet ‚Fremd und doch daheim!?‘, ‚Dann kam ein neuer Morgen‘, ‚Heute ist Zeit für meine Träume‘, ‚Pfade ins Revier - Pfade im Revier‘ sowie ‚Ruhrkulturen‘ fort und setzt zugleich mit der Orientierung an einem traditionellen literarischen Genre aller Kulturen - dem Märchen - neue Akzente. Mit einer bemerkenswerten Intensität nutzen die Autorinnen und Autoren das auch diesmal vom Kulturzentrum Grend und dem Geest-Verlag ausgeschriebene Schreibprojekt, um ihre Gedanken und Gefühle gegenüber einer Öffentlichkeit auszudrücken und sich dabei zugleich ihrer selbst bewusst zu werden. Es liegt nun an uns Erwach­senen, den Kindern und Jugendlichen in ihrer Rolle als Erzähler zuzuhören, ihre Texte zu lesen und mit ihnen ins Gespräch zu kom­men.

Die Anthologie entstand mit finanzieller Unterstüzung der G. D. Baedeker Stiftung Essen, des Lesebündnisses Essen und des Kulturzentrums Grend/Festival Literatürk.

 
Andreas Klink, Artur Nickel (Hg.)
Ruhrkulturen
Was ich dir aus meiner Welt erzählen möchte
Geest-Verlag 2009
ISBN 978-3-86685-202-0
328 S., 12 Euro

 

Ich schreibe,
da ich bin,
und solange ich bin,
werde ich denken;
ich werde sagen,
und ich werde schreien.

Korinna Wolbeck

Die vorliegende Anthologie mit dem Titel ‘Ruhrkulturen. Was ich dir aus meiner Welt erzählen möchte’ rückt die Kinder und Jugendlichen in den Fokus, die in diesem Ballungsraum groß werden. Was zeichnet ihre Kultur aus? Haben sie eine richtige Ruhrkultur? Wie lässt sich diese beschreiben oder gar definieren? Was ist das Besondere an ihr? Wie leben und erleben sie diese? Fragen über Fragen.

Die Anthologie versucht auf all diese Fragen erste Antworten zu geben. Dabei lässt sie die Kinder und Jugendlichen selbst zu Wort kommen, die in diesem Kulturraum Ruhr leben. Sie selbst geben Auskunft darüber, was ihnen kulturell wichtig ist und was sie bewegt. Das ist etwas Besonderes, weil ihnen nicht von außen irgendwelche Ansichten und Meinungen übergestülpt werden. Sie selber geben Einblick in das, was ihre Ruhrkultur ausmacht. Nicht wissenschaftlich abstrakt, son­dern persönlich und authentisch.

Ruhrkulturen führt die bisherigen Essener Anthologien ‘Fremd und doch daheim!?’, ‘Dann kam ein neuer Morgen’, ‘Heute ist Zeit für deine Träume’ und ‘Pfade ins Revier – Pfade im Revier’ auf der Ruhr-gebietsebene fort. Das Kulturzentrum Grend und der Geest-Verlag haben Kinder und Jugendliche im gesamten Ruhrgebiet dazu auf­gerufen, ihre Texte einzureichen. Aus den mehr als 200 Ein­sendungen stellt dieses Lesebuch eine Auswahl vor.

Die Anthologie entstand mit finanzieller Unterstützung der G.D. Baedeker Stiftung Essen, des Lesebündnisses Essen und des Kulturzentrums Grend / Festival Literatürk.

 

 

 Andreas Klink und Artur Nickel (Hg.)

Cover - Pfade ins Revier, Pfade im Revier

Pfade ins Revier -
Pfade im Revier.
Ein Lesebuch.

Geest-Verlag 2008
ISBN 978-3-86685- 148-1
12 Euro


„Die Welt ist groß, sagen die Menschen,
wenn sie einsam sind
und sich klein fühlen.“

Narges Shafeghati (15 Jahre)

 

Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren aus Essen haben
nunmehr zum vierten Mal auf einen entsprechenden Aufruf des
Grend-Kulturzentrums in Essen und des Geest-Verlages hin ein Lesebuch
mit eigenen Texten geschrieben.
In aller Offenheit berichten die jungen Autorinnen und Autoren über
ihre ureigenen Lebenswege, erzählen sie aus ihren Familiengeschichten.
Aufrichtig bestimmen sie ihren aktuellen Standort und ungeschminkt
richten sie ihren Blick in ihre Zukunft. Eindrucksvoll beschreiben ihre
Texte die Freuden und Leiden der eigenen Biografie und sie handeln vom
Leben im Stadtteil, in der Stadt oder im Ruhrgebiet überhaupt.
Dabei setzen sich die jungen Autorinnen und Autoren immer wieder mit
den sie bedrängenden sozialen Problemen und ihren alltäglichen
Erfahrungen auseinander. Insbesondere junge Migrantinnen und Migranten
verarbeiten in ihren Texten auch den Verlust der alten Heimat und die
Erfahrungen in der neuen Heimat.
Unabhängig von ihrer Herkunft bewegt die Kinder und Jugendlichen aber
vor allem die Frage nach ihrer eigenen Zukunftsperspektive.
Herausgekommen ist ein Buch, das zeigt, wie und warum Menschen ins
Ruhrgebiet gekommen sind und wie diejenigen, die gekommen sind, mit
denen zusammenleben, die schon immer da gewesen sind.

 

Ich träume von einer besseren Welt,

von einer Welt, in der wir uns

nicht länger als Fremde sehen,

in der der neue Morgen gerne kommen kann,

ohne Ängste und Sorgen,

von einer Welt also,

in der wir nicht länger gegeneinander kämpfen,

um im Leben weiterzukommen.

Hadel Al Shahwani

 

Heute ist Zeit für deine Träume.

Ein Lesebuch.

Andreas Klink, Artur Nickel (Hrsg.)

Vechta: Geest-Verlag, Vechta-Langförden 2007

ISBN 978-3-86685-098-9


 

212. S., 10 Euro

 

Nach den beiden ersten, weit über Essen hinaus bekanntgewordenen Büchern Fremd und doch daheim?! und Dann kam ein neuer Morgen haben Essener Kinder und Jugendliche auf einen Schreibaufruf des Kulturzentrums Grend und des Geest-Verlages hin jetzt ein drittes Buch mit ihren Beiträgen erstellt. Unter dem Thema Heute ist Zeit für deine Träume gingen zahlreiche Beiträge ein, von denen mehr als 100 Texte in diesem Buch zur Veröffentlichung ausgewählt worden sind.

In einer Premiere mit über 250 Gästen stellten die Jugendlichen am Dienstag, den 20. November ihr Buch im Beisein von Bürgermeisterin Annette Jäger (Essen) und Dr. Thomas Kufen, dem Integrationsbeauftragter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, der Öffentlichkeit vor.

Träume über Zukünftiges finden in den Texten ebenso Raum wie Träume über Vergangenes und Unveränderliches. Die jungen Autorinnen und Autoren schreiben über Träume voller Leichtigkeit und solche, in denen sich Sorgen über die eigene Zukunft oder die eigene Gesundheit spiegeln. Sie erzählen wundersame Traumgeschichten von Elfen und Feen und setzen sich an anderer Stelle in ihren Träumen mit drängenden sozialen Problemen auseinander. Sie träumen am Tage während langweiliger Schulstunden und in der Nacht, wenn sich Illusion und Realität miteinander vermischen. Natürlich finden auch die Träume von erfüllter und unerfüllter Liebe in diesem Buch ihren Platz. Zeit für deine Träume ist somit wieder ein Lesebuch geworden, das dazu einlädt, mit Kindern und Jugendlichen über ihre Träume ins Gespräch zu kommen.

 

 

 

Büngen, Geest-Verlag

 

 

Dann kam ein neuer Morgen.
Kinder und Jugendliche über ihre Zukunft zwischen den Kulturen.
Ein Lesebuch der Lernwelt Essen

(Hg. gemeinsam mit Friederike Köster von der Lernwelt Essen)
Geest – Verlag, Vechta 2006 (ISBN 978-3-86685-031-6)

Zum Buch und Projekt
Nach dem überwältigenden Erfolg von Fremd und doch daheim?! ist dies das zweite Buchprojekt, das die KulturLernwelt Essen und der Geest-Verlag Vechta im Jahr 2006 gemeinsam gestartet haben. Es richtete sich wieder an Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren in der Stadt Essen. Diesmal wurden sie gebeten zu schildern, was sie mit der Vorstellung eines neuen Morgens verbinden.
Wieder gingen zahlreiche Beiträge ein. Die wichtigsten und interessantesten wurden in das Buch aufgenommen. In ihnen spiegelt sich, welche Zukunftserwartungen Kinder und Jugendliche heute entwickeln. Die Bandbreite reicht von der zupackenden positiven Erwartung an ein Morgen über eine eher skeptische Betrachtungsweise bis hin zum völligen Verlust der Hoffnung auf eine sinnstiftende Zukunft, abhängig von der jeweiligen Lebenssituation der jungen Autoren.
Dann kam ein neuer Morgen ist ein Buch, das dazu einlädt, miteinander über unsere Zukunft ins Gespräch zu kommen. Kinder und Jugendliche genauso wie Erwachsene. Erst ein offener Dialog ermöglicht verantwortliches Handeln.

Dann kam ein neuer Morgen

Morgen
Morgen, i avriani imera, was ist das?
Ist das ein neuer Zeitabschnitt?
Ein Zeitabschnitt, mia stigmi,
der von Sekunde zu Sekunde kleiner wird?
Ist das eine Minute,
eine Minute, exinda thefterolepta,
von einer Stunde meines Lebens?
Morgen, was kann das sein?
Kann das ein neuer Zeitabschnitt sein?
Ein Anfang, mia archi,
eines besseren Daseins?
Kann das Hoffnung sein, i tharos?
Hoffnung auf Integration und allseitige Gemeinschaft,
die die Menschen weiterleben lässt?
Was passiert an diesem Morgen?
Bestimmen wir das Morgen?
Bestimmt das Morgen über uns?
Nein, wir entscheiden!
emis apofasisume!
Die Entscheidung, o psifos,
über unser Leben!
Denn wir sind das Leben, sto avrio,
jeder einzelne von uns, oli,
jeder einzelne, kathe enas,
jeder ist ein Haar im Pinsel,
im Pinsel, molivi,
der das Lebensbild färbt.
Welche Farben trägt es morgen?

Verena Fydanidis (13 Jahre)

 

Reflexion von Artur Nickel(Ausschnitt)
Ganz viel spiegelt sich von dem, was in dem Begriff steckt, in den Texten wider, die für die Anthologie Dann kam ein neuer Morgen entstanden sind. Positiv ist es sicherlich zunächst einmal, dass so viele Kinder und Jugendliche diese Form des literarisierenden Schreibens als Möglichkeit der Standortbestimmung für sich entdeckt haben und nutzen, manche von ihnen nach Fremd und doch daheim?! bereits zum zweiten Mal. Sie vergewissern sich ihrer selbst, um von da aus den nächsten Schritt in Richtung Zukunft zu gehen. Sie haben Kraft und sind bereit sich zu engagieren, und zwar, wie es etwa bei Gina Kaulfuß heißt, über dieeigenen Grenzen hinaus (S.78). Das ist bemerkenswert und zukunftsorientiert.
Gleichwohl zeigen die gesammelten Beiträge, dass die Verfasser ihrer Zukunft außerordentlich skeptisch gegenüberstehen. Das gilt für diejenigen, die in Essen geboren wurden, genauso wie für diejenigen, die erst später zugezogen sind oder einen Migrantenhintergrund haben. Sie haben zwar ihre Wünsche und Träume, entwickeln jedoch in der Regel keine konkreten Pläne, wie sie ihre Vorstellungen verwirklichen können. Sie zweifeln offenkundig daran, dass sie ihr Ziel erreichen können, und konzentrieren sich deshalb auf das Naheliegende, auf den nächsten Schritt. Sie leben „von der Hand in den Mund“, anstatt den Blick mutig nach vorn zu richten. Eine erschreckende Perspektive für eine Gesellschaft, die auf das innovative Potential ihrer jungen Bürgerinnen und Bürger angewiesen ist.


Fremd und doch daheim?!
Kinder & Jugendliche zwischen den Kulturen.
Ein Lesebuch der Lernwelt Essen

(Hg. gemeinsam mit Friederike Köster von der Lernwelt Essen)
Geest – Verlag, Vechta 2005 (ISBN 3-937844-99-6)

Ich sehe eine Brücke über einen Bach. Die Brücke ist schmal. Ich glaube, dass man sich festhalten muss, wenn man über sie geht. Sie verbindet die eine Seite mit der anderen, und der Bach ist kein Hindernis mehr.
( Rabih Semmo, 16 Jahre )

Fremd und doch daheim?!


Die vorliegende Anthologie enthält eine Sammlung von Texten, die Kinder und Jugendliche zum Thema „fremd und doch daheim“ geschrieben haben. Sie schildern darin, wie sie sich fühlen und wie es ihnen in „ihrer“ Stadt, in der sie wohnen, geht. Ein brandaktuelles Thema, wenn man bedenkt, welche Schwierigkeiten heute Kinder und Jugendliche haben, sich persönlich und beruflich in unserer Gesellschaft zurechtzufinden. PISA spricht noch immer für sich.
Entstanden ist das Buch aus einem Schreibwettbewerb, den die KulturLernwelt Essen gemeinsam mit dem Geest - Verlag aus Vechta im Frühjahr 2005 durchgeführt hat. Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis zwanzig Jahren, die in Essen leben, wurden aufgefordert , sich darüber zu äußern, ob sie sich fremd oder daheim fühlen. Das Projekt richtete sich dabei genauso an diejenigen, die erst im Laufe ihres Lebens nach Essen gezogen sind, wie an die, die schon immer dort wohnen. Sie alle sollten berichten von ihren Erfahrungen in der Familie, unter Freunden, in der Schule, auf der Straße, von wo auch immer.
Die besten Texte liegen nun in diesem Buch vor. Sie sind in der Tat eindrücklich und sprechen für sich. Sie zeigen zum einen die ungeheuere Kreativität und Kraft von Kindern und Jugendlichen bei der Beschreibung ihrer Problemstellungen. Zum anderen verdeutlichen sie, wie die Herausgeber in einer ersten Analyse im Anhang feststellen, was getan werden muss, damit sich Kinder und Jugendliche in ihrer Umgebung zuhause fühlen. Essen ist ein Beispiel. Was für diese Stadt gilt, ist charakteristisch für jede Stadt in Deutschland..
Bewusst ist dieses Buch als Lesebuch angelegt. Es kann und soll Kindern und Jugendlichen mit ihren eigenen Texten über die angesprochene Thematik Diskussionsstoff liefern. In der Schule wie in der Freizeit.. Außerdem soll es den Verantwortlichen in Bildung, Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie Eltern Anhaltspunkte für verantwortliches Handeln geben. Fremd und doch daheim?! kann Zeichen setzen. Für die Jugendlichen, für ihr Umfeld und weit darüber hinaus.

Siehe auch unter http://www.learn-line.nrw.de/angebote/buchmacher/fremd.htm

 

 

Nickel, Artur